Dienstag, 20.06.17

Social TV Buzz Mai 2017
Wahlen, Hatespeech, ESC: Politisch gefärbter Social TV Buzz im Mai

Social TV Buzz Mai 2017

Am 13. Mai fand der Eurovision Song Contest (ESC) in Kiew statt, die Übertragung erzielt mit über 330.000 Tweets und Facebook Posts die Spitzenposition im Social TV Buzz Ranking von MediaCom. Der vorletzte Platz mit nur sechs Punkten für Deutschland und Sängerin Levina beschäftigt die User: "Kann Deutschland einfach aufhören teilzunehmen? #esc2017". Auf Platz zwei des Rankings landet im Mai die "Tagesschau". Mehr als 160.000 Twitter- und Facebook-Posts drehen sich um die Kampagne #sagsmirinsgesicht, die sich gegen Hatespeech richtet und Diskussionskultur fördern soll.

Gemischte Gefühle über Deutschlands Niederlage beim ESC

Portugal gewinnt mit Salvador Sobral den ESC 2017. Deutschland hingegen muss mit dem vorletzten Platz zum wiederholten Male eine Schlappe hinnehmen. Viele Twitter- und Facebook-User äußern ihre gemischten Gefühle über die Punktevergabe, nicht alle unterstützen das Ergebnis. So schreibt eine Twitter-Userin: "Das ist so lachhaft. Portugal war so furchtbar :-( der hat doch nur rumgeheult. Und Deutschland war gut :-) #esc2017 #ger". Für viele ist der ESC zudem nicht länger nur ein Musik-Contest, sondern auch ein Aufhänger für politische Diskussionen. Der Tweet von Ex-Y-Titty-Mitglied Oguz Yilmaz gefällt gleich 226 Mal und wird 18 Mal geteilt: "nicht mal von frankreich punkte, die EU ist zu nichts zu gebrauchen #esc2017". Das NDR-Satiremagazin "Extra 3" nimmt Deutschlands Niederlage beim ESC mit Humor und twittert: "Gut ist: Deutschland kann bisher an die Leistung des Vorjahres anknüpfen. #esc2017". Dieser Tweet wird 268 Mal geteilt.

Hatespeech und Fake News treiben die Diskussion im Social Web an

Das aktuelle politische Geschehen erzielt stets hohen Traffic im Social Web. Im Mai bestimmt insbesondere die "Tagesschau"-Kampagne #sagsmirinsgesicht die Gespräche der Twitter- und Facebook-User und sorgte für hohen Buzz. Insgesamt 161.766 Tweets und Postings werden von Usern zur Kampagne, die Verfasser von Hasskommentaren im Netz zur Rede stellen will, veröffentlicht - viele davon kritische Reaktionen: "#sagsmirinsgesicht und die Reaktion der @tagesschau: Die Kommentarfunktion wird nach einem(!) kritischen Kommentar zum #NetzDG abgeschaltet". Insgesamt schafft es die Aktion aber zum Nachdenken anzuregen und den Austausch und die Diskussionen unter den Usern zu fördern. Am 07. Mai sorgten zudem zwei Ereignisse für Diskussionen im Social Web: Emmanuel Macron gewinnt die Wahl zum Präsidenten in Frankreich gegen Marine LePen und Schleswig-Holstein wählt seinen Landtag. Zu letzterem twittert die "Tagesschau": "Screenshot aus der ARD-Wahlsendung mit angeblich falscher #Bauchbinde bei Peter Harry #Carstensen ist übrigens ein #Fake #justsaying". Der Tweet gefällt 171 Mal und wird über 90 Mal geteilt.

"Germany's Next Topmodel" schafft es aufs Treppchen

Das Erfolgsformat "Germany's Next Topmodel" auf ProSieben kürte bereits zum 12. Mal eine Gewinnerin: 2017 geht Celine als Siegerin von "GNTM" hervor. So gespalten die Meinungen zur Sendung auch sein mögen, die Twitter- und Facebook-Community spricht auch nach über einem Jahrzehnt noch darüber: "Mir kommt es immer so vor, als würde fast niemand mehr Fern schauen & dann sehe ich plötzlich, wie jeder auf Twitter über #GNTM spricht.". Viele User schmunzeln aber auch darüber, dass das Format mehr und mehr an Tragweite verliert: "Kennt ihr noch diese Celine? Die hat am 25.5 GNTM gewonnen, oder schon nicht mehr relevant?". Die Show bleibt uns auch im kommenden Jahr erhalten - die erste glückliche Kandidatin für 2018 wurde bereits im Finale ausgewählt.

"Der Mai war insbesondere durch Wahlen in Deutschland und Europa politisch gefärbt. Selbst prominente Entertainment-Formate wie der ESC werden zum Aufhänger für politische Diskussionen im Netz. Medien und Marken müssen politische Themen und Stimmungen im Auge behalten. Ein sensibler und durchdachter Umgang in der Kommunikation kann helfen, nicht selbst Ziel von Fakenews und Hatespeeches zu werden - Erscheinungen, die aktuell vermehrt in den sozialen Medien ausgetragen werden" meint Christian Franzen, Managing Director MediaCom.


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