Donnerstag, 12.01.17

Social TV Buzz Dezember 2016:
Anschlag von Berlin bewegt die Gemüter auf Facebook und Twitter

 

Social TV Buzz Dezember 2016

Zum dritten Mal in Folge ist die ARD-"Tagesschau" im Dezember 2016 das am häufigsten erwähnte TV-Format des Monats auf Twitter und Facebook. Mit 157.498 Tweets und Facebook-Posts landet die "Tagesschau" auf Platz eins des Social TV Buzz Rankings von MediaCom. Neben der "Tagesschau" schaffen es mit "ZDF heute" und den "Tagesthemen" auch zwei weitere Nachrichten-Formate in die Top 10.

Mit 57.550 Postings erreicht Domian mit der letzten Sendung seines Night-Talks den zweiten Platz des Rankings. Neben tausenden Usern, die sich für Domians jahrelange Telefon-Seelsorge bedankten, trieb vor allem die Versteigerung des Studio-Hirsches für rund 43.000 Euro den Buzz: "Wooooooooooooow! Danke, danke, danke! Vielen dank an alle, die mitgeboten haben! #Domian #Hirsch #Charity" , twittert der Moderator.

Trauriger Trending Topic beherrscht den Social TV Buzz

Neben der "Tagesschau" schaffen es mit "ZDF heute" und den "Tagesthemen" auch zwei weitere Nachrichten-Formate in die Top 10 des Social TV Buzz Rankings. Hintergrund ist der Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz am 19. Dezember. Tausende teilen Social Media-Inhalte der Nachrichtensendungen.

Retweets und Shares machen den Großteil der Interaktion zu Inhalten der "Tagesschau" aus, gleichzeitig hinterfragen aber viele User die Berichterstattung des Senders. So twittert User Jörg Braun: "Keiner weiß, was im #Berlin passierte, eigene Korrespondenten warnen vor Vorurteilen, aber @tagesschau bringt best of islamistischer Terror" . Er reagiert damit auf Spekulationen der "Tagesschau" über die Hintermänner des Anschlages, da es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Bekenner gab.

Nutzer schimpfen über vermeintliche #FakeNews

Bezeichnen Fake News eigentlich frei erfundene Nachrichten von unseriösen Quellen, sehen sich nach dem Terroranschlag auch die Öffentlich-Rechtlichen dem Vorwurf ausgesetzt, Unwahrheiten zu melden. Unter dem Hashtag #FakeNews kommentieren rund 1.000 Twitter-Nutzer die Berichterstattung - so auch User Marc. B.: "Die Polizei spricht von einem Terroranschlag. Hält @ZDFheute aber nicht davon ab, dreist #FakeNews zu verbreiten. #Terror #Berlin". Marc B. bezieht sich auf einen Tweet des ZDF kurz nach dem Anschlag: "Gegen 20 Uhr ereignete sich der Unfall. Ein polnischer Lkw-Fahrer ist in die Menschenmenge gerast." (Berliner Feuerwehr) #Breitscheidplatz".

Auch auf den Facebook-Seiten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und TV-Formate treten immer wieder Zuschauer in Erscheinung, die Transparenz in der  Berichterstattung fordern: "Habt ihr eigendlich bestimmte Richtlinien, bei welchen Ethnien es euch erlaubt ist, Fakenews zu verbreiten, und bei welchen nicht? Gilt der Pressekodex bei den Öffentlich-rechtlichen nicht für Bürger aus Polen? Ich würde die Frage ja gerne direkt ZDF heute stellen, jedoch scheint die Seite noch weniger moderiert zu werden als diese hier", kommentiert Martin Rybak auf der Facebook-Seite des ZDF.

"Die sogenannte Fake-News-Debatte ist mit dem Berliner Anschlag endgültig auf den Social Media-Profilen der TV-Sender angekommen. Viele Zuschauer äußern ihren Unmut und ihre Unsicherheit über die Qualität der Recherche von Nachrichtenthemen. Vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht im Kreuzfeuer der Kritik. Die Entwicklung zeigt, dass bei einem Teil der Social Media-Nutzer der Bedarf an Transparenz der Sendeanstalten wächst. Für Marken gilt es zu beobachten, was das mit dem Verbraucherverhalten im Web macht", meint Christian Franzen, Managing Director MediaCom.


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