Donnerstag, 15.03.12

"Und am Ende schauen sich alle in die Augen"

Interview mit Oliver Blecken zum Thema Branded Entertainment

Oliver Blecken

Auszug aus "More than 30 Seconds. Ein Branded Entertainment-Handbuch". Herausgegeben von HMR International. Köln, 2012.
Informationen unter: http://hmr-international.de/de/more-than-30-seconds-ein-branded-entertainment-handbuch/

Leseprobe unter: http://hmr-international.de/de/wp-content/uploads/Leseprobe-More-than-30-Seconds.pdf

Bestellformular unter: http://hmr-international.de/de/wp-content/uploads/Bestellformular.pdf

"Und am Ende schauen sich alle in die Augen"

Welche Kriterien sollte man aus der Perspektive einer Mediaagentur bei der Erfolgsmessung im Branded Entertainment ansetzen?

Die Absicht von Branded Entertainment ist, dass Marken, beziehungsweise Markenbotschaften von Zuschauern oder Nutzern gerne wahrgenommen werden sollen.  Letztlich ist Branded Entertainment von seiner Zielsetzung und Daseinsberechtigung daher auch nur eine 'Gegenmaßnahme' zur Werbevermeidung. Es geht um die Steigerung der Wirkung von Werbemaßnahmen. Die Messung des Erfolgs richtet sich daher zunächst nach den konkreten Zielen, die mit einer Maßnahme verfolgt werden und nach denen man die Messinstrumente dann ausrichtet. Das klingt zunächst banal, aber hier haben wir schon das erste Problem. Denn die Zieldefinition ist für viele im Branded Entertainment eine Herausforderung. An vielen Stellen wird noch stark auf Verdacht gearbeitet, und am Ende schauen sich alle in die Augen, um zu entscheiden, ob es erfolgreich war.

Wie sollte eine erfolgsorientierte Messung aussehen, wenn die Ziele dann definiert sind?

Auch bei Branded Entertainment-Inhalten setzen wir klassische Werbetrackings auf:  Marken- und Produktawareness, Kaufinteresse und -bereitschaft, Involvement, Sympathie und relevante Imagewerte. Es gibt auch Cases für die Königsdissziplin: Die Messung des Abverkaufs - auch wenn das bei Branded Entertainment eher selten das Ziel ist. In den vergangenen Jahren ist Social Media-Monitoring als weitere Facette hinzugekommen. Hier geht es neben der Quantität auch um eine qualitative Messung der Gesprächsinhalte in den Netzwerken und Foren. Dafür haben wir in unserer Social Media Unit eigene Tools und Messinstrumente entwickelt.

In welcher Rolle sehen Sie sich als Mediaagentur bei den aktuellen Entwicklungen im Branded Entertainment, bei dem es nicht mehr um den reinen Einkauf von Werbezeiten geht?

Wir als Mediaagentur können nicht nur relevante Ziegruppen-Insights generieren, wir wissen auch, wie und wann Medien in welcher Form und Verfassung mit welcher Erwartung genutzt werden. Auf dieser Basis lassen sich dann zielgerichtete Konzepte entwickeln. Hierfür haben wir im vergangenen Jahr mit MediaCom Beyond Advertising eine interdisziplinäre Unit gegründet: Strategen, Konzeptioner, Art Direktoren, Texter und Berater, die gemeinsam mit den Kundenteams und den anderen Spezialisten in der Agentur Konzepte entwickeln.